Katholische Kirche in Magdeburg-Buckau
Mit der Gründung der Missionsvikarie am 1. Dezember 1868 wurde in der seit 1859 selbständigen Stadt Buckau katholisches Leben vor Ort wieder möglich. In dem 1872 errichteten Missionshaus wurden regelmäßig Gottesdienste gefeiert. Aufgrund der rasch anwachsenden Zahl katholischer Gläubiger erwarb die Gemeinde ein Grundstück für einen Kirchenneubau.
Die Pfarreierhebung erfolgte am 10. Juni 1894. Zwölf Monate später wurde der Grundstein für den Bau der St. Norbert-Kirche gelegt. Am 10. Mai 1898 konsekrierte der Paderborner Bischof Hubertus Simar im Rahmen eines Firmgottesdienstes den Neubau. Allerdings blieb die Kirche unvollendet – zwei Joche und der Glockenturm fehlen bis heute.
Die St. Norbert-Kirche ist eine neugotische Hallenkirche aus Backstein. Das Innere wurde mehrfach umgestaltet. 1946 wurden die Fenster erneuert und frühere Stilelemente entfernt, wodurch die ursprüngliche farbige Ausgestaltung verloren ging. Bei einer umfassenden Renovierung im Jahr 2005 wurde diese teilweise wiederhergestellt.
Hochaltar und Kanzel stammen aus der Wiedenbrücker Schule und zeigen sich heute in vereinfachter Form. Der von der Bildhauerin Erika Maria Wiegand gestaltete Kreuzweg aus Terracotta befindet sich seit 1948 in der Kirche. Die Orgel wurde 1903 von der Orgelbaufirma Rühlmann aus Zörbig/Saale erbaut.
Im Eingangsbereich zur Sakristei befindet sich eine Reliquie des heiligen Norbert, die der Gemeinde im Dezember 1918 vom Prämonstratenser-Kloster Strahov in Prag geschenkt wurde.
Wie ihre „Töchter“ St. Johannes-Baptist und St. Adalbert gehört auch die St. Norbert-Gemeinde seit dem 2. Mai 2010 zur Kathedralpfarrei St. Sebastian. Neben den rund 400 Gemeindemitgliedern feiern heute auch Angehörige verschiedener christlicher Konfessionen sowie die polnische katholische Gemeinde hier ihre Gottesdienste.
Adresse:
Karl-Schmidt-Straße 5
Magdeburg
Autor:
Ferdinand Pretz