Bischofskirche des Bistums Magdeburg seit 1994
Als katholische Bischofskirche von Magdeburg bildet die Kathedrale Sankt Sebastian seit 1994 den geistlichen Mittelpunkt des Bistums Magdeburg. Ihre Geschichte reicht jedoch weiter zurück, denn bereits im Jahr 1015 legte der damalige Magdeburger Erzbischof Gero den Grundstein der ersten Sebastians-Kirche.
Durch Feuersbrünste in den Jahren 1188 und 1207 wurde die damalige Stiftskirche so stark beschädigt, dass im 14. bzw. 15. Jahrhundert ein Neubau notwendig wurde, der St. Sebastian zu seiner heutigen Gestalt als gotischer Hallenkirche verhalf. Die Zeit des Dreißigjährigen Krieges hinterließ ebenfalls ihre Spuren, das Gotteshaus verfiel zur Ruine und verlor unter anderem seinen Kreuzgang. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Kirche notdürftig hergerichtet, um wieder Gottesdienste feiern zu können.
1811 erfolgte die endgültige Auflösung des Stiftes. Während der napoleonischen Besatzung nutzten die Truppen die Kirche als Lager, Feldschmiede und Werkstatt. Im 19. Jahrhundert wuchs die katholische Gemeinde in Magdeburg stark an. 1873 konnte die Sebastianskirche von der Stadt erworben und restauriert werden. 1878 wurde hier erstmals nach der Reformation wieder eine Heilige Messe gefeiert.
Beim Bombenangriff am 16. Januar 1945 wurde die Kirche schwer beschädigt. In der Nachkriegszeit fanden hier auch evangelische Gottesdienste statt. Ab 1949 residierte ein Weihbischof dauerhaft in St. Sebastian. Umfangreiche Restaurierungen folgten in den fünfziger und achtziger Jahren.
Mit der Errichtung des Bistums Magdeburg im Jahr 1994 wurde St. Sebastian zur Kathedrale erhoben. Die letzten Umbauarbeiten wurden 2004 abgeschlossen. Seitdem verfügt die Kathedrale wieder über einen Kreuzgang mit Kapitelsfriedhof sowie ein neues Sakristeigebäude. 2005 wurde die neue Hauptorgel fertiggestellt.
Adresse:
Max-Josef-Metzger-Straße 4
39104 Magdeburg
Öffnungszeiten:
täglich
Winterzeit – 10:00 bis 17:30 Uhr
Sommerzeit – 09:30 bis 18:00 Uhr